Segovia

Segovia beherbergt eines der eindrucksvollsten romanischen Ensembles Europas, und behütet ein herrliches Aquädukt, das die Römer auf ihrem Durchzug durch Hispanien hinterließen und oben auf einem Berg thront eine Märchenburg: der Alcázar. Das zweitausend Jahre alte Segovia fordert die Zeit heraus und blickt mit dem reichen Rüstzeug seiner Vergangenheit, vor der tagtäglich tausende Besucher sich verneigen, getrost in die Zukunft.

Lage

segovia

Im Norden des großen Gebirgszugs gelegen, der die mittlere Hochebene der Iberischen Halbinsel zweiteilt, ist Segovia eine der neun Provinzen, die die Region Kastilien und León bilden. Die Provinz Segovia hat eine Fläche von 6.949 Quadratkilometern, die sich auf unterschiedliche Weise und mit Höhenunterschieden von fast 2.000 Metern auf Berge, Ebenen und Täler verteilen. Im Norden grenzt sie an die Provinzen von Valladolid und Burgos, im Osten an Soria und Guadalajara, im Süden an die Region Madrid und im Westen an Ávila. Sie hat eine Oberfläche von 6.796 km² und ist damit die kleinste der Provinzen in Kastilien und León. Ihre Hauptstadt ist die Stadt gleichen Namens Segovia, die 155.517 Einwohner zählt.

Geschichte, Kunst und Kulturerbe

Die Stadt Segovia, Stadt des Aquädukts und des Alcázar, mit einem Füllhorn an Festungen, Renaissancepalästen und romanischen Gotteshäusern, ist eine der drei Städte in Kastilien und León, die zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Die Besiedlung Segovias geht auf uralte Zeiten zurück. Der Ort, den heute die Festung einnimmt, war weiland ein keltisches Lager. Zu römischen Zeiten gehörte sie zum Gerichtsbezirk von Clunia. Man glaubt, die Stadt wurde nach der islamischen Invasion verlassen. Nach der Eroberung von Toledo durch Alfons VI. von Kastilien, beginnt der Schwiegersohn von König Alfons VI., Graf Raimund von Bourgogne, zusammen mit dem Bischof der wiedererbauten Diözese, seinem französischen Landsmann Pierre von Agen, die Wiederbevölkerung Segovias mit Christen aus dem Norden der Halbinsel und jenseits der Pyrenäen, und gab ihnen einen sehr weit gefassten Bezirk, dessen Ländereien die Sierra de Guadarrama und sogar den Fluss Tajo überquerten.

Freizeit und Gastronomie      

Segovia hat sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem der florierenden Referenzpunkte  der spanischen Gastronomie gemausert, in ein erleuchtetes Königreich, das in nur wenigen Jahrzehnten die Hungersnöte vieler seiner Einwohner durch das Bild eines reichlich gedeckten Tisches mit köstlichen Speisen getauscht hat. Die emblematischste dieser Speisen ist wohl das Spanferkel, dieses goldgelbe und knusprige in der Mitte geöffnete, gebratene Spanferkel, das die Gastwirte in einer Tonschale servieren. Und zusammen mit ihm teilt sich der Milchlammbraten die Krone dieser althergebrachten, zeremoniellen Speisen dieser Bauern- und Hirtenprovinz.

Typische Gerichte aus Segovia:
  • Cochinillo asado (gebratenes Spanferkel)
  • Lechazo asado (Milchlammbraten)
  • Sopas de ajo (Knoblauchsuppen)
  • Judiones de la Granja (große weiße Feldbohnen)
  • Ponche segoviano (Marzipan-Biskuittorte) 

In der Nähe der Stadt

Ihre wichtigsten Monumente sind:

Die Stadtmaueranlage. Ein Mauer, von der noch 3 Haupttore und mehrere kleine Tore vollkommen erhalten blieben (mit der Ausnahme von zweien) und die „komplett" den alten Stadtkern umgibt.

Das römische Aquädukt

Der mittelalterliche Alcázar: Palast und Festung zugleich, war er Sitz des Königreichs Kastilien

Das Ensemble der romanischen Kirchen unter denen San Esteban, San Millán, San Martín, die Santísima Trinidad, San Andrés und San Clemente hervorstechen. Ferner Santo Justo und Pastor und San Salvador im Stadtviertel Salvador. Die Romanik findet in Segovia ihren Ausdruck in Stein und Ziegel.

Die gotische Kathedrale mit ihrer eleganten gelblichen Kalkfarbe und den zahllosen Giebeln und ihrem schlankem Turm.

Die zivile Architektur mit vielen alten Palästen mit den mittelalterlichen Fassaden, Säulengängen im Innenhof, Wappen und Türmen. Wobei man verschiedene Tore in der calle Daoiz, der Casa del Sello in der calle San Francisco, das Museumshaus von Torreón de Lozoya auf der Plaza de San Martín, die Casa del siglo XV (Haus des 15. Jhd. oder des Juan Bravo), das Haus des Grafen Alpuente (Fomento), die Casa de los Picos und andere in der Calle Real hervorheben kann.

Die traditionelle zivile Architektur mit dem ureigenen Stil der segovianischen Dächer und mit der typischen Dekoration der Schraffuren auf den Fassaden.

Die Kirchen und Konvente außerhalb der Mauern, wie die Kirche von Vera Cruz, das Kloster von San Antonio el Real, das Kloster del Parral und El Cristo del Mercado.

Das etwas außerhalb gelegene Stadtviertel San Lorenzo, am Ufer des Flusses Eresma, mit seinem Platz mit Säulengängen aus Ziegeln und Stein und seiner  romanischen Kirche.

Die Judería: das Judenviertel mit der alten Synagoge (jetzt Kirche des Corpus Christi), und der jüdische Friedhof im Pinienhain, mit seinem Besucherzentrum im Palast Abraham Senyor.

Die Casa de la Moneda (Münzhaus): Das älteste industrielle Gebäude Europas.

Andere interessante Bauwerke:

„Das grüne Segovia", die Maueranlage, die sich am Zusammenfluss zweier Flüsse (Eresma und Clamores) befindet ist von Grünzonen umgeben. Eine echte Oase in der sonst gelblichen kastilianischen Ebene.

Das gezackte Profil der Stadt mit dem Aquädukt, dem Alcázar, der Kathedrale und den Kirchtürmen und Palästen, mit der Sierra de Guadarrama dahinter und einem der blausten Himmel Spaniens muss man unbedingt von dem Aussichtspunkt Terminillo de La Lastrilla gesehen haben.

Die älteste Taverne der Stadt, die aus dem Jahr 1861 stammt und Taberna Rubi heißt, befindet sich mitten auf der Plaza Mayor.

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Lage

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